SPÖ bringt Licht ins Dunkel

Im Fall der betagten, verwirrten Frau in Vösendorf und deren Wohnverhältnisse meldet sich nun die SPÖ Vösendorf zu Wort und zeichnet ein etwas anderes Bild – vor allem von der Rolle des Bürgermeisters, der aus der Berichterstattung als „Retter“ hervorgeht und als Schuldigen für die Lebensumstände der Betroffenen gleich die sozialdemokratische Vorgängerregierung namhaft machte. Brisantes Detail: Um die Wohnverhältnisse besagter Dame – so Vösendorfs SPÖ-Chef GR Wolfgang Gratzer - wisse die ÖVP schon seit längerem Bescheid und habe 2018, als Verantwortliche des Sozial-Ressorts, abgelehnt, etwas in dem Fall zu unternehmen.

Im Fall der betagten, verwirrten Frau in Vösendorf und deren Wohnverhältnisse meldet sich nun die SPÖ Vösendorf zu Wort und zeichnet ein etwas anderes Bild – vor allem von der Rolle des Bürgermeisters, der aus der Berichterstattung als „Retter“ hervorgeht und als Schuldigen für die Lebensumstände der Betroffenen gleich die sozialdemokratische Vorgängerregierung namhaft machte. Brisantes Detail: Um die Wohnverhältnisse besagter Dame – so Vösendorfs SPÖ-Chef GR Wolfgang Gratzer - wisse die ÖVP schon seit längerem Bescheid und habe 2018, als Verantwortliche des Sozial-Ressorts, abgelehnt, etwas in dem Fall zu unternehmen.

Festhalten möchte GR Gratzer gleich vorweg, dass er es beschämend findet, eine hochbetagte Frau derart in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken. „Dass Menschen manchmal so leben, ist bitter, aber leider kein Einzelschicksal, umso wichtiger ist es zu helfen. Gemeinden tun dies normalerweise im Sinne der Betroffenen unaufgeregt und diskret. Hier ist genau das Gegenteil passiert. Medienwirksam wurde der Fall vom Bürgermeister breit getreten und mit Unwahrheiten unterfüttert“, ist der SPÖ Vorsitzende über die Vorgehensweise empört und sieht sich gezwungen, die bisherige Berichterstattung und auch diverse Äußerungen des Bürgermeisters richtigzustellen: „Der erste Bericht stimmt absolut nicht – bei dem Haus auf dem Foto, das abgedruckt wurde, handelt es sich um ein unbewohntes Nebengebäude. Die eigentliche Unterkunft, ein kleines Holzhaus, das der Frau gehört, verfügt über ein Bad mit Warmwasser, Toilette, Kochnische und Wohnraum – in hygienisch schlechtem, aber brauchbarem Zustand.“

Dem Vorwurf, dass die SPÖ Vösendorf untätig gewesen sei, entgegnet Gratzer, dass die Lebensumstände der Pensionistin bereits 2018 im ÖVP-geführten Sozialausschuss thematisiert worden seien. Angeregt habe das Gespräch darüber im November 2018 GR Andreas Vanek (SPÖ). Dieser habe auf besagtem Grundstück beruflich zu tun gehabt und im Zuge dessen die Umstände wahrgenommen, in denen die Frau lebt. Er habe dies mit einem Kollegen aus dem Sozialausschuss Vizebgm Wilfried Santa (VL2000) besprochen, der sich mit den Bediensteten um Hintergrundinformationen bemühte. „Nach Erkundigungen seitens der Gemeinde ist damals von der Ausschussvorsitzenden GfGR Birgit Petros (ÖVP), eine Einmischung in die Causa mit der Begründung abgelehnt worden, dass der Gemeinde die Hände gebunden sind, weil die Betroffene nicht in Vösendorf, sondern Wien gemeldet wäre, sie einen Sohn habe, der als Angehöriger aktiv werden könnte und sie auch keinen Sachwalter habe“, schildert Andreas Vanek den Verlauf. Auch Bürgermeister Koza, damals geschäftsführender Gemeinderat (ÖVP), soll um das Thema Bescheid gewusst haben. Vanek sei in weiterer Folge gelegentlich beim Grundstück vorbeigefahren, habe Bettler des Grundstücks verwiesen und auch andere haben informell geholfen und sich um die Frau gekümmert. „Dass sich der Bürgermeister über soziale Schicksale medial profilieren will, ist an sich schon fragwürdig, dass er dabei auch noch die Tatsachen verdreht und andere anpatzt, ist schäbig“, so die beiden Gemeinderäte Gratzer und Vanek abschließend.